Ich sehne mich
nach was grünem draußen.
nach was grünem draußen.
Die Wohnzimmertür ist rechts angeschlagen, und steht, wenn offen, direkt neben dem Holzofen. Das ist nicht gut, deswegen ist sie meist angelehnt. Wenn es dann mal richtig warm ist, und die anderen Räume auch etwas abkriegen sollen, dann hänge ich die Tür einfach aus und stelle sie in die Ecke. Das ist eines von den Provisorien, mit denen ich gedankenlos 30 Jahre leben kann.
Ich pflege ja, nebenbei gesagt, einen sehr ingenieursgemäßen Umgang mit meinen Socken. Ich kaufe immer Identische, und davon gleich ca. 10 Paar. Schwarz. Das hat den ersten Vorteil, daß man beim Waschen nicht sortieren muß. Irgendwelcher Deko - Firlefanz unter meinem Hosenbein interessiert mich ohnehin nicht. Falls die Waschmaschine einen gefressen haben sollte - egal.
Sobald mehrere Socken mit Löchern ausgefallen sind (nein, der Schwellenwert ist nicht genau festgelegt), werfe ich alle auf einmal weg, denn die Anderen sind, weil ja gleich alt, schon genau so brüchig und beim nächsten ungestümen Anziehen sowieso dran.
Dann gibts Neue. So muß man weniger oft einkaufen gehen, und sich auch nicht ständig über Socken mit Löchern ärgern. Im Mittel komme ich auch mit deutlich weniger Socken aus als die Firlefanz - Fraktion, also auch billiger davon. Na bitte.
gehen hier in der stadt die kinder süßigkeiten betteln, mit einem spruch, in dem irgendwie stecknadeln auch eine rolle spielen. ich bin immer ein wenig gerührt wenn ich das sehe, es ist zwar auch nur das alte 'raffen so viel wie geht', aber so viel tatsächlichkeit ist schön.
daß man dann aus der lunge nach pfefferminz riecht! das wäre doch ein markt für die körpergeruchsneurotiker, beduftung von innen. (wehe, du wechselst die bettwäsche vor meinem besuch!)
mit ein paar stunden stimmbildung und nach gesprächen mit der gastgeberin, einer steuerfahnderin, erstmals der gedanke: man hätte seine berufswahl nicht nach neigung, finanziellen interessen oder möglichen karrieren entscheiden sollen, sonden nach dem gesichtspunkt, was man wohl von den menschen / kunden / klienten zurück bekommt, nachdem man mit ihnen zu tun hatte. (das läßt sich natürlich nicht auf alle berufe anwenden)
die stimmbildnerin verabschiedete überwiegend strahlende menschen, was der steuerfahnderin wohl nie so recht gelingen wird.
bisher habe ich erst einen getroffen, der danach entschieden hat, und dann sein zahnarztstudium abbrach.
bei der demontage einer festplatte haben wir uns über diese unglaubliche präzision gefreut, mit der die teile gefertigt sind, die platten sitzen mit ein paar hundertsteln toleranz auf der motorspindel, geschliffene distanzringe dazwischen, und der arm der leseköpfe dreht sich sooo leicht! herrlich.
ist das schön, alle lächeln, freitag mittag ist feierabend, noch schnell eine gefälligkeit für eine nette kindergärtnerin erledigen, dann in die stadt, da ist auch alles so hell, das buch ist noch nicht ganz fertiggelesen, aber ein gutes ende ist sicher, ach, wir leicht manisch - depressiv veranlagten haben es die hälfte der zeit wirklich besser als ihr!
hat uns um eine erscheinung gebracht, die ich aus kindertagen kenne: das konsens verströmende, synchrone flackern des fernseher - wiederscheins aus den fenstern größerer wohneinheiten.
mir scheint, die wahrnehmung von wohlsein, oder nein, der abwesenheit von elend - denn man fühlt sich nicht gesund, sondern ist nur nicht krank - gehorcht den selben mechanismen wie der logarithmische empfindlich- keitsverlauf des gehörs. auf vergleichsweise geringem niveau von unbehagen wirkt eine geringfügige verschlechterung schon dramatisch, und am anderen ende der skala muß schon gleich die größenordnung der katastrophe gewechselt werden, damit der effekt deutlich wird. das ist kein trost, vielleicht eine erklärung.
möglicherweise paßt sich auch der elendssinn beim ausbleiben von reizen wie die augen von höhlenfischen dem veränderten niveau an.
gestern als bettlektüre, ein kleiner erster versuch, sich im einsteinjahr nocheinmal der relativitätstheorie zu nähern (und um sich von den zumutungen zu entfernen**), über die zwei, drei üblicherweise auftauchenden bilder hinaus (tischtennisball in der eisenbahn etc.) welche eigentlich nur vorgedanken dazu sind, und nur klassisch mechanische zusammenhänge beschreiben.
mein letzes buch* war "der planet des todes" von stanislaw lem (das bild von gestern ist daraus, hatte schon lange kein buch in bleisatz mehr in der hand), sein erster roman übrigens, der einige direkte aussagen über den sieg des sozialismus enthält. die plazierung dieser stellen (am beginn des zweiten kapitels und dann noch einmal in der mitte) läßt vermuten, daß sie sich vielleicht an den zensurleser richteten, wobei ich allerdings über lems einstellung nichts weiß. meine latexmatratze wurde dann beim einschlafen zur andruckliege, mein rechter arm wurde ganz schwer, 1,5g, 2g, erstaunlicherweise flogen wir völlig lautlos.
schließlich noch die frage, ob es wirklich kauzig ist, sich einen pullover bereitzulegen, damit man man nachts nicht am kopf friert.
*aus diesem schönen antiquariat in der bäckergasse in augsburg. mit dem buckligen besitzer kann man wunderbar plauschen, er springt immer sofort an, wenn es auch nur den entferntesten verdacht auf gegenaufklärerische tendenzen gibt. (ein schönes gespräch mit ihm über homöopathie)
** ein verwandter von mir ist sonnenforscher, es geht ihm gut.
also auch optisch wird eine herkömmliche brezel, die man einen tag in einer plastetüte aufbewahrt hat, zu einem ekelerregenden gegenstand, den man kaum gerne essen, bestimmt aber nicht anfassen möchte.
eine idee von herrn brainsample eben: aus screenshots von alten filmen farbpaletten ableiten, und diese dann mit dem standbild zusammen in ein weblog rein, zur farbauswahl für gestaltung...
die schneeregen - flocken erzeugen etwa 7 helle flecken auf dem bild, und weil das laternenlicht mit 100 hz flackert, kann man daraus entnehmen, wie lang sie brauchen, um diese strecke zu durchfallen: 70ms. der weg der flocken ist ca 13cm, (mit einem vergleichsfoto mit einem maßstab könnte man sehen, daß die flocken während ~13cm flugwegs sichtbar sind - ich habe das mit meiner handspanne geschätzt).
die fallgeschwindigkeit ist dann also 0,13m / 0,07s = 1,9m/s, das sind 6,8km/h - es schneit also in augsburg gerade in zügigem fußgängertempo.
daß ich diese allgegenwärtigen weihnachtswünsche bedrängend finde, fragte ich mich eben, wieso die angezeigte uhrzeit und die verbleibende zeit zur ankunft der bahn mit großem zeitlichen abstand wechseln.
noch fix was für die nächsten 3 tage eingekauft, man weiß ja nie, kollege meinte heute morgen, er wolle sich jetzt immer 2kg mehl bereitlegen, wegen amerika, seine frau habe ihn zwar nicht verstanden, aber man könne sich dann immer schnell was backen, wenns nix mehr gäbe.
gibts beim lokalen kaffeeröster
läge im keller hinter den ungenutzten scheiten, und schliefe mit langsam schlagendem herz bis ich frisch und verschlankt im april die nase in die sonne streckte.
autos so billig wie nie. bitte unterschreiben sie hier im gepunktelten pentagramm
kann man sich überzeugen, daß es dort oben eine sonne gibt: der himmel hat eine hellere stelle, die man mit dem bloßen auge im einförmigen bleigrau nicht finden kann.
wäre ich nicht mit einem robusten und stets sonnigen gemüt ausgestattet, so liefe ich tatsächlich gefahr, ein wenig trübsinnig zu werden und zu denken: "wozu immer weiter nüßchen zur seite legen"...
"theoretisch läßt sich eine ganze enzyklopädie auf einem zahnstocher eingravieren. wie macht man das, was meinen sie? keine ahnung es ist ganz einfach. man transformiert die daten, also den text der enzyklopädie, in zahlen. jeder buchstabe erhält einen zweistelligen zahlenwert. a ist 01, b ist 02, und so weiter.. 00 bedeutet spatien, auch die interpunktionszeichen werden transformiert. man reiht die zahlen aneinander, und setzt vorne an die erste stelle ein dezimalkomma, erhält also einen extrem langen dezimalbruch. beispielsweise 0,1732000631... den markiert man an der entsprechenden stelle des zahnstochers, 0,5000... befände sich genau in der mitte, o,33333... würde den ersten punkt des zweiten drittels markieren.. ist das so weit verständlich? ja"
haruki murakami erzählt von dieser methode in "hard boiled wonderland", das erste mal las ich davon in hofstaedters "gödel, escher, bach", eins von den büchern, die niemand zu ende gelesen hat, den ich kenne. irgendwann haben wir das mal zusammen zu lesen versucht in z-netz/irgendwas, aber nach einem dreiviertel jahr war die puste aus.
für die tochter suche ich noch nach einem dreh, ihr spaß an kombinatorik zu vermitteln - das hat sie gerade, und schaltet immer nach 10min im unterricht ab.
in der straße auch ein haus mit einem ladengeschäft unten drin, da denk ich beim vorbeigehen oft: "da würde ich gern drin wohnen". aber dafür blogge ich ja.