typ.o // provisorium

Beim Web Developer Plugin für Firefox sind jetzt bei der Funktion Outline / Table Cells die Tabellenzellen besser farblich voneinander abgehoben als bei der letzten Version.

So. Schön. Und dann denk ich an das Gespräch mit Frau C. eben, der ein Bein von ihrem Stuhl weggebrochen ist (Freunde / Familie / Beziehung / Arbeit), und die jetzt überlegt, ob sie die Chemotherapie nach der Zwölften abbrechen will, um ein wenig Gefühl in den zerstörten Nerven in den Fingern retten will - um den Preis einer erhöhten Wahrscheinlichkeit eins Wiederaufflammens des Krebses. Das alles paßt nicht gleichzeitig in ein einzelnes Bewußtsein hinein.

Die eine Hälfte meiner gespaltenen Persönlichkeit läßt mich Tomaten beim vierteln immer so schräg zerteilen (Die von den beiden Schnittflächen gebildete Linine ist gegenüber der Tomatenachse um ca. 10° gekippt), daß der Stielansatz mit nur einem weiteren Schnitt zu entfernen ist, also drei Schnitte gespart werden. Die andere Hälfte leidet unter meinem privaten Küchen-McKinsey.

Diese Käsetüte hat einen Reißverschluß, und heißt "drunter und drüber". Allgäuland Reibekäse. Irgendwie ist mir das alles unheimlich.

Der junge Mann (mein Gott, bzw. was auch immer ich sagen müßte, wenn ich glauben würde; das entfährt mir jetzt immer öfter, nur wie soll man jemand mit ~20 bezeichnen*? Im Studentenalter?) der um seine Spülmittelflasche die taz geschlungen hatte. Guckte grimmig. Wahrscheinlich klemmte jetzt die Wäscheklammer endgültig auf seinem Namen.

*Note: Unbedingt vermeiden: als Anrede benutzen! argh!

Völlig überfordert bin ich ja auch damit, mir in der Hocke vor einem meiner mit verschiedenen Attributen versehenen Kleiderhaufen kauernd, mit der rechten Hand die Zähne zu putzen, und mit der Linken gleichzeitig ein Paar frische Socken herauszusuchen.

Und wenn du glaubst es geht nicht mehr: Steh nie wieder im Dunklen! Sende Lampe1 an 3 33 33, Mach dein Handy zur Taschenlampe für 4,99!

Multiple Feuchtigkeitsstreifen mit botanischen Ölen. (Abt. weiche WerbeWorte)

Ich glaube, Menschen mag ich am liebesten in homöopathischer Verdünnung. Geschüttelt.

Meine Kaffeemilch ist heute so irritierend niedrigviskos. Niedrigviskos, niedrigviskos, niedrigviskos. Als Kind habe ich manchmal hunderte Male 'Butter' gesagt, um zu probieren, wie sich das Wort verändert.

Farn, Farn, Farn auf der Autobahn. (I feel so grassroots today) [Auf meiner Cassette von Kraftwerk war im Titelstück bei 15'58" eine Einstreuung, weil ich beim Überspielen gleichzeitig mein CB-Funkgerät benutzt habe. Das fehlt mir jetzt auf der mp3-Datei. Überhaupt diese Knitterstellen und durchkopierten Lagen]

Manchmal ist ein Hähnchenbrustfilet nur ein Hähnchenbrustfilet.

Gasdicht?

Wie geht das eigentlich, liebes Internetz, der Papst ist doch jetzt in dieser Kirche begraben. Riecht das nicht nach einer Weile? Oder ist der Sarg zugelötet, aber baut sich denn darin nicht durch die Gase ein Druck auf, oder gibt es einen Anschluß für eine Entlüftung, irgendwo auf der Rückseite der Kirche kommt dann eines dieser rätselhaften, gebogenen Rohre aus dem Boden, und daraus riecht es dann ein paar Monate sehr streng?

Wenn ich Parfümerfinder wäre

erfände ich ein Parfüm, das so riecht, wie die langen Haare einer Frau, die lange an der frischen Luft war, und dann in eine verrauchte Kneipe kommt.

Ich schaue weniger erloschen

wenn ich morgens mit dem Moped in die Arbeit fahre, als wenn ich diesen Weg mit der Straßenbahn erledige. "Den Weg erledigen", das gehört zum Bahnfahren. Mit dem Roller brumme ich da hin, und mit dem Rad, das muß so neunzehnhunderwartmal gewesen sein, da macht das auch morgens Spaß.

In nach verpilzten Turnschuhen riechenden Schulen

oder verranzten Universitäten untergebrachte Wahlbüros sind einer hohen Wahlbeteiligung abträglich.

Zuträglich wären Wahlbüros mit einem gewissen Geek-Faktor, mit genügend LCDs, WLANs, Printing - On - Demand - Hochrechnungen und einer angenehmen Atmosphäre, die nicht von angetrunkenen, demotivierten Zwangsverpflichteten betrieben werden, sondern von appetitlichen Standmiezen und -katern, die elastisch den Wahlwilligen entgegenschnellen.

To Do:

In meinem zukünftigen Garten ein Rasenstück besitzen, auf dem im Frühjahr orangene Krokusse sprießen, in Form der Feldlinien eines inhomogenen Feldes zwischen zwei gleichgeladenen Kugeln.

Joggen?

Ganz irritierend die junge Frau heute morgen, etwa 25, schlabberige Jogginghose, hellblaues Sweatshirt und unhippe Schuhe, keine Laufschuhe. Sie lief in gutem, lockeren Stil, und als sie das dritte Mal meinen Weg in die Arbeit gekreuzt hatte, wurde ich aufmerksam. Sie joggte nicht, sie suchte. Klapperte Orte ab, sah in eine geschlossene Bäckerei, in einen Kiosk. Ihr Kind, ausgebüxt vor dem Kindergarten? Ihren Freund, nach dem Streit vor dem Frühstück verduftet? Einen Hund? Nein.

Ich stellte mir diese Nöte vor, und war einmal mehr dankbar für mein in diesen Dingen ereignisloses Leben. Solche kleinen Katstrophen, die den Tag prägen, verbinde ich heute mit dem Leben mit kleinen Kindern, in beginnenden Beziehungen. Vielleicht ist es ja auch eine der Phasen, an die man sich später erinnert mit dem Gedanken, man hätte diese Abwesenheit von Problemen damals doch mehr schätzen sollen.

Ich schätze. Heute. Und lebe auf mittlerem Ereignisniveau.

Antigrav

Sehr schön & eben entdeckt: In einer Ecke hier am Fenster hängt, in unsichtbaren feinen Spinnenweben gefangen, ein raumschifförmiges Blatt, bewegungslos schwebend in Parkposition, die mikroskopische Crew noch unschlüssig über den neuen Kurs.

Liebes Tagebuch!

Heute pfiff ich mir eins auf dem Nachhauseweg, hörte, daß wir mit der Fabrik vermutlich 120TEUR weiter in die roten Zahlen rutschen werden dieses Jahr, kaufte mir lecker Kuchen zum Tee, erfuhr im Fernsehn drin, daß Eltern ihr Kind haben verhungern lassen, hatte ein paar schöne Stunden mit Leuten, die gerne was lernen wollten, bekam erzählt, daß mein Kind immer noch krank und alleine zu Hause ist, weil die Mutter unterwegs ist, lernte, daß die Emanzipation der Geschlechter noch nicht vollbracht ist und die Dame nicht ins Fernsehen kommen will als Vorzeigehausfrau, las, wie sich Leute im Internet über Dinge unterhalten, die ich meiner Mutter wohl nie mehr erklären können werde, bekam gesagt, daß ich immer alles vergesse, kochte mir einen großen Topf Risotto, und frug mich, wie so ein Tag in meinem Kopf Platz haben soll.

Wie Wasserblasen

an einem verbrannten Finger fassen sich die Knubbel an Herrn Ricks Fahrradgriff an, und man muß beim Fahren auch immer drauf- und dran herumdrücken.

Brotbackautomaten

In diesen Broten ist dann immer ein häßliches Loch vom Knethaken - das würde mich sogar von der Benutzung abhalten, wenn ich so eine Maschine geschenkt bekäme.

Eigentlich müßte ich,

so wie ich gerade lebe, auch mit der halben Atemfrequenz auskommen. (Eben ein Gespräch über phlegmatische Teenager, was soll ich denn dazu sagen, und wozu überhaupt, ach.)

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